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Naturschützer üben Kritik am „Kahlschlag“
Kommune habe BUND und NABU nicht informiert
Rödinghausen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) kritisieren den „Kahlschlag „ am Mühlenkamp in Bieren (die NW berichtete). Im Auftrag der Gemeinde Rödinghausen wurden an Böschungen und an Straßenränder am Mühlenkamp Gehölzbestände zurück geschnitten.
In seiner Stellungnahme erläutert Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer die umfangreichen Gehölzarbeiten. Die Verfahrensweise dieser Arbeiten sei grundsätzlich im Einvernehmen mit den Naturschutzbänden abgestimmt. Die Einschätzung der Naturschutzverbände BUND und NABU in Rödinghausen sei jedoch eine ganz andere, teilen beide Organisationen gemeinsam mit. Anderes als von Vortmeyer dargestellt, seien die Arbeiten nicht mit den Naturschutzverbänden vorab erörtert worden, heißt es in einer Pressemitteilung
Am Mühlenkamp seien Böschungsabschnitte auf einer Länge von bis zu 300 Metern vollständig herunter geschnitten worden. Das „Auf-den-Stock-Setzen“ von bestimmten Gehölzen seit fachlich auch unter Naturschützern unstrittig, jedoch sei nur das abschnittsweise Schneiden von flächigen Gehölzbeständen und Hecken sinnvoll. Am Mühlenkamp sei bedauerlicherweise so verfahren worden, dass ein Bestand auf ganzer Länge vollständig abgeschnitten wurde. Das habe gravierende Folgen für Tiere und Pflanzen, selbst wenn viele Gehölze im folgenden Jahr erneut austrieben. Die Lebensbedingungen hätten sich in einer so stark verjüngten Hecke verändert. Beschattung, Sonneneinstrahlung, Windverhältnisse – die klein-klimatischen Verhältnisse seien vollständig andere. Keine Lebensgemeinschaften aus Insekten, Reptilien und Vögeln könnten diese radikale Veränderung überstehen. In anderen Straßenabschnitten sei lediglich eine Reihe hochstämmiger Birken mit stark eingefaulten Stammteilen stehen geblieben. Sämtliche Gehölze wie Eichen und Kirschen seien entfernt worden. Die sorgfältige Auswahl zu fällender Gehölze hätte in den nächsten Jahren eine strukturreiche Hecke entstehen lassen.
Insgesamt ließen die Gehölzpflegearbeiten wenig Sensibilität und fachliche Praxis erkennen. Die Wiederherstellung des „Lichtraumprofils“ wäre auch mit sehr viel weniger „Kahlschlag“ möglich gewesen. Pflege, Nutzung und Naturschutz von Hecken müssten kein Widerspruch sein.
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© 2009 Neue Westfälische Bünder Tageblatt, Donnerstag 03. Dezember 2009
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